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Wolfram Christ

 

 

 

 

 

 

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Wolfram Christ

 

 

 

Klingender Feuerzauber

Wolfram Christ und sein Hochschul-Kammerorchester
Manche bezichtigen Wolfram Christ dar des Klassik-Populismus. Dabei: Wann hat man zuletzt schon Mozarts Serenade G-Dur KV 525 in einem seriösen Konzertprogramm erlebt? Es gibt Stücke, deren Popularität einer neuerlichen Interpretation offenbar hinderlich sind. Vielleicht auch, weil die Messlatte so hoch liegt. Weshalb es nichts mit Populismus zu tun hat, wenn der renommierte Violaprofessor und Dirigent zum Pult des Kammerorchesters der Freiburger Hochschule für Musik ausgerechnet mit eben dieser „Kleinen Nachtmusik“ aufwartet. Eher schon mit großem Selbstvertrauen. Und das ist berechtigt. Schon nach einer knappen halben Stunde Mozart im voll besetzten Konzertsaal der Hochschule weiß man, dass die Musikstadt Freiburg hier ein Ereignis feiern darf: Ein neuer Klangkörper reift heran – und was für einer! Christ macht keine Kompromisse – er verlangt seinen Studierenden ein Höchstmaß an Einsatzbereitschaft und Leidenschaft ab. Und Fähigkeit zum musikalischen Dialog. Nur ein paar Streiflichter aus eben dieser „Kleinen Nachtmusik“, die Christ allein im Hinblick auf die Tempowahl von aller romantischen Patina befreit: Da werden musikalische Themen so abphrasiert, dass der Kontrapunkt – das musikalisch-thematische Geflecht – wie auf einem Röntgenbild durchleuchtet.

Ein Referenzstreicher schöpft aus dem Vollen
Da erscheinen manche Passagen – wie der fast gespensterhaft flirrende Mittelteil der Romanze – in einem so neuen, modernen Licht, dass man diesem „Gassenhauer“ völlig unbefangen, als habe er keine Interpretationsgeschichte, begegnet. Und da erstehen immer wieder Spannungsbögen von außergewöhnlicher Kraft, etwa zum Ende des Finales, wo aus der Rondo-Routine heraus noch einmal eine schier unglaubliche Frische und Originalität des Spiels erwächst. Möglich ist das alles nur dank eines Klangkörpers von professioneller und erfrischender spielerischer Reife. Die Homogenität der einzelnen Streichergruppen ist ebenso erfreulich wie die solistischen Leistungen – und manch etabliertes Kammerorchester könnte gerade in Sachen Motivierbarkeit bei Christ und seinen Musici Unterricht nehmen. Das gilt für Dvoráks Streicherserenade, bei bei deren stilsicherer Interpretation man sich eigentlich nur fragt, warum dieses Stück meist im Schatten der ungleich populäreren Streicherserenade von Tschaikowsky steht. Und es gilt noch mehr für Schönbergs glänzend musiziertes Sextett „Verklärte Nacht“, dessen großartige Coda eine ebenso großartige Wiedergabe erfährt. Hier lässt ein Referenzstreicher aus dem Vollen des Spektrums der klanglichen Möglichkeiten seiner Instrumentenfamilie schöpfen, und wenn ganz am Ende bei den Arpeggien eine Feuerzauber-Atmosphäre entsteht, ergreifender al in mancher „Walküre“, dann begreift man die Klasse dieses Abends vielleicht erst vollends. Alexander Dick
Badische Zeitung, 11.01.2010


Der String Doktor
Wolfram Christ gehört zu den international gefragtesten Vertretern seiner Zunft. Seit 1999 ist der langjährige Solobratschist der Berliner Philharmoniker Professor an Freiburger Musikhochschule, daneben startete er eine zweite Karriere im Dirigierfach. In dieser Eigenschaft beschert er der Musikstadt Freiburg nun ein neues Kammerorchester – das der Musikhochschule. Vor dem Debütkonzert unterhielt sich Alexander Dick mit dem Musiker.
Badische Zeitung 31.12.2009
(lesen Sie hier den Artikel...)


Musikkultur, die die Ohren verwöhnt
... Das dreigeteilte musikalische Programm wurde durch zwei "Verwöhn"-Pausen kulinarisch unterbrochen. Verwöhnt fühlte man sich aber auch durch den "christ"-lichen Stil der "Kurpfälzer", der sicht- und hörbar geprägt ist durch das aufrechte Suchen, Erkennen und Umsetzen musikalischer Werte, durch Gradlinigkeit und Schnörkellosigkeit des Vortrags und die Humanität der musikalischen Aussage, die gerade bei Mozart einen besonders hohen Stellenwert besitzen muss.
Wolfram Christ, der erfahrene Musik-Praktiker und -Stratege, baut diesen Orchesterstil seit zwei Jahren mit unerbittlicher Akribie zum unverwechselbaren Gütezeichen des auch international bedeutsamen Klangkörpers aus. Der viel beschäftigte Dirigent, Professor für Viola an der Musikhochschule in Freiburg und Künstlerische Leiter der "Accademia Gustav Mahler" in Ferrara und Potenza verbindet musikalisch lebendigen Individualismus mit einem mehr ethisch gerichteten Künstlertum und schöpft aus dieser Haltung heraus seine Impulse für die werkgerechten, überaus sorgfältig und detailfreudig vorbereiteten Interpretationen.
Die Rheinpfalz, 30.01.2007


Mannheimer Sturm und Drang
Ein außergewöhnliches Konzertereignis war in Mannheims Jesuitenkirche zu erleben: Das Kurpfälzische und Münchener Kammerorchester vereinigten sich, spielten unter Leitung von Wolfram Christ Werke Mannheimer Komponisten aus Vergangenheit und Gegenwart. ... Wolfram Christ, dem Chefdirigenten des Kurpfälzischen Kammerorchesters, gelang es, den gemeinsam musizierenden Orchestern in Sinfonien von Stamitz und Cannabich mitreißende Lebendigkeit zu entlocken und allen damals europaweit bewunderten, nahezu revolutionären Stilregistern der Mannheimer Sturm-und-Drang-Musik zu entsprechen.
Die Rheinpfalz, 10.01.2007


Auf dem Weg in die erste Liga
Nach Jahren künstlerischer Stagnation scheint das Kurpfälzische Kammerorchester unter seinem neuen Leiter Wolfram Christ wieder auf dem Weg in die erste Liga. Wie man beim Konzert des 2. Enescu-Festivals Heidelberg / Mannheim in der Providenzkirche hören konnte, hat das Ensemble dank der engagierten Arbeit des ehemaligen Solobratschers der Berliner Philharmoniker deutlich an klanglicher und spielerischer Frische zugelegt.
Rhein-Neckar-Zeitung, 18.11.2006


Eleganz und Dramatik
Chefdirigent Wolfram Christ sorgte bereits bei der Stamitz-Sinfonie für einen facettenreichen und vitalen Vortrag, für klares rhythmisches Profil und grandiose Steigerungen in den Ecksätzen, für feine Akzente und Echo-Wirkungen im graziös und ausgewogenen musizierten Andante.
Die Rheinpfalz, 14.11.2006


Jede Phrase atmet und singt
In der c-moll Sinfonie des Mozart-Zeitgenossen Joseph Martin Kraus, in Coplands wunderbaren Stücken für Streichorchester und dem berühmten Adagio von Samuel Barber entlockte Wolfram Christ den Musikern bemerkenswert innige, leidenschaftliche, rhythmisch stringent ausgeführte Passagen, eine bestechende Brillanz, die dem Orchester bald einen Logenplatz im großen Theater der deutschen Kammerorchester sichern wird. ...
Die Rheinpfalz, 09.10.2006


Flexible Kurpfälzer
Wolfram Christ kann mehr als Bratsche spielen: Schon lange ist der ehemalige Solobratschist der Berliner Philharmoniker auch als Dirigent international aktiv. Seit er vor zwei Jahren die Leitung des Kurpfälzischen Kammerorchesters übernahm, klingt das traditionelle Vollzeit-Kammerensemble wie nach einer Frischzellenkur. ... Sparsam dirigierte Wolfram Christ, wie einer, der im Grunde lediglich die Früchte seiner Arbeit erntet, und griff nur dann steuernd ein, wenn es etwas zu steuern gab...
Frankfurter Rundschau, 28.07.2006


Mozarts Werken neuen Glanz verliehen
... Wolfram Christ, der Chefdirigent, pflegt einen Dirigierstil von großer Suggestionskraft. Mit Präzision und umsichtiger Sensibilität ließ er in der zum Beschluss des überaus kurzweiligen Konzertes erklingenden Mozart-Sinfonie, einem kraftvoll und agil, mit durchwegs raffiniert ausgearbeiteter Agogik musizierenden Orchester viel Raum für eine inspirierte Gestaltung.
Die Rheinpfalz, 29.06.2006


Lyrisches Subjekt gegen Weltchaos
Diese Komposition (Harold in Italien) zeichnet vor allem die Diskrepanz zwischen einem eigenen lyrischen Thema im Soloinstrument und den schroff wechselnden Bildern des Orchesters aus. ... (Wolfram Christ) lehnte sich gegen das Orchester mit satter Klangtiefe und berzeugender Sicherheit im romantischen Ausdruck. Er bediente sich des ganzen Potentials seines Instruments und spielte unbeirrt seine zielsichere Interpretation mit voll auskostender Dynamik.
Mitteldeutsche Zeitung, 13.04.2006


Seidiger Glanz und unverschämtes Vibrato
Es gibt noch viele ungehobene Schätze im Reich der Musik. Beim Konzert des Kurpfälzischen Kammerorchesters im Mannheimer Stadthaus dirigierte Wolfram Christ Stücke von Franz Ignaz Beck, Anton Fils, Max Reger, Joseph Haydn und eine unbekannte, 1948 erstmals aufgeführte Ouvertüre von Franz Schubert. ... Christ ist Musiker und kein Ideologe. Ihm kommt es auf die musikalischen Charaktere und entsprechend plausible Artikulationen an. Das Ergebnis ist hörbar und überzeugend.
Die Rheinpfalz, 14.03.2006


Aussergewöhnliche Klangerlebnisse
Bei den beiden Werken zu Beginn (Intrade zum Intermedium "Apollo et Hyacinthus" und Cassation) - stilistisch zwischen Wunderkind und Genie gelegen - stand Christ für klare musikalische Abläufe, scharfe thematische Konturen, deutliche Kontraste und gestalterische Intensität ein; bei diesen Werken des elf- und 13-jährigen Mozart erreichte er dies durch seine schörkellose, eindringliche Zeichengebung.
Die Rheinpfalz, 30.01.2006


Gebäude aus purem Streicherklang
Herrliche Melodiengebäude aus purem Streicherklang errichtete das Kurpfälzische Kammerorchester unter seinem Dirigenten Wolfram Christ am Samstag in der Säulenhalle des Sekt-Schlosses Wachenheim, so dass das kultivierte Publikum wie gefesselt auf seinen Plätzen verharrte und gar nicht mehr gehen wollte.
"Romantische Serenaden" wurden aufgeführt, deren Interpretationen zum überschäumenden Fest wurden, hervorragend gestützt vom akustischen Rahmen des Veranstaltungsortes. Die prägnanten und anschaulichen Darstellungen dieser Musikform waren mit ein Garant für die hochstehende Qualität dieses Abends.
Schon beim ersten Programmpunkt, der "Serenade Es-Dur für Streichorchester op. 6" von Josef Suk, einem Jugendwerk, überzeugten die Musiker mit einem mächtigen Gestaltungswillen, kongenial angeregt von den schwungvollen Forderungen und zielgerichtetn Einsätzen ihres Dirigenten, denen sie überaus willig und geschmeidig folgten. Besonders deutlich wurde dies bei dem wie eine wirbelnde Flussfahrt anmutenden letzten Satz. Sehr bewegend geriet auch die feinsinnige Deutung des schmelzenden Adagios. Nicht umsonst applaudierten die Zuhörer bereits hier heftig. Die klare, durchscheinende Strukturierung der reichen Melodik, die straffen Tempi und die plausible Dynamikführung potenzierten sich gegenseitig zum nachhaltig überzeugenden Erlebnis.
Die Rheinpfalz, 25.04.2005


Oktan på oktaverne
...die Viola ist eine der schönsten Schöpfungen des Musiklebens, besonders, wenn sie von Wolfram Christ gespielt wird. Der Virtuose saß lange Zeit bei den Berliner Philharmonikern und reist nun umher, sowohl als Solist als auch als Dirigent. Neulich war er Gast bei der königlich Dänischen Kapelle. Ein außergewöhnlich willkommener Gast. Sowohl, wenn er selbst die Bratsche hervorholte und die schwermütige "Trauermusik" von Paul Hindemith gab - eine tief bewegte Trauermusik, in der die Trauer körperlich und die Musik zum Protest wird, als auch wenn er die berühmten "Metamorphosen" von Richard Strauss dirigierte. Es geriet zum Klang des 20. Jahrhunderts, eingefangen in 20 Minuten ... hervorragend gespielt von den Streichern der Nationalbühne.
Der Mann darf gerne wiederkommen! ...
Berlingske Tidende, 16.03.2005


Klassik von höchster Ausdrucksstärke
Christ ist ein Orchestererzieher ersten Ranges - unter seinem Dirigat entfaltet das Kurpfälzische Kammerorchester eine vorher kaum zu erlebende Leidenschaft, ein Brio von höchster Ausdrucksstärke. Eine äußerst breite dynamische Palette, vom zarten Piano bis zum machtvollen Fortissimo, lässt so eine Musik wie Elgars Larghetto zu einem erregenden Erlebnis werden.
Die Rheinpfalz, 10.01.2005


Aus dem Reich der Mitte
Wolfram Christ (...) hatte neben der Viola noch deren klangreiche Schwester, die Viola d'amore in den Konzertsaal mitgebracht. Als er dort mit dem Stuttgarter Kammerorchester zusammentraf, tat er das, was man von ihm und seinem Instrument erwartete: Er vermittelte. Zwischen Epochen (...) , Stilen und Temperamenten gelangte Christ als dirigierender Solist zu einem überzeugenden Gesinnungskonsens mit den Streichern des Kammerorchesters, die dem Ersten unter Gleichen mit Willen und großer Lust am klingenden Miteinander die gestalterischen Wünsche gleichsam von den Fingern ablasen.
Stuttgarter Zeitung, 13.12.2004


Drittes Hambacher Schloßkonzert mit Werken für Oboe und Streicher begeistert das Publikum im Festsaal
Seit Juli 2004 ist er neuer Chefdirigent des Kurpfälzischen Kammerorchesters. Und schon spürt man seine Handschrift: Wolfram Christ, der auch als Solo-Bratschist Weltruf genießt, leitete das dritte Konzert der Saison am Sonntagabend im gut besetzten Festsaal des Hambacher Schlosses. Ein Orchester-Erzieher, der seine werkdienlichen Perspektiven klar in der Diktion, überschaubar in den Dimensionen und überzeugend in der musikalischen Aussage realisiert.
Seine nie nachlassende, geistig-gestalterische Präsenz setzt auf Brio und Intensität, sorgt für eine verschwenderisch reiche Palette an Klangfarben. Er öffnet dem Kurpfälzischen Kammerorchester mit seiner Programm-Gestaltung offenbar ganz neue musikalische Welten und zeigt den Musikern und dem Publikum durch sein emotional stark engagiertes Dirigat, wie für ihn Kunst und Interpretation ihr bewegendes Zentrum erhalten.
In seinem Programm alternierten diesmal drei Werke der „Mannheimer Schule" mit zwei Kompositionen des 20. Jahrhunderts. Die einleitende viersätzige d-Moll-Sinfonie für Streicher op. 3 Nr. 5 des Stamitz-Schülers Franz Ignaz Beck ist reich an groß angelegten thematischen Gebilden, deren scharfe dynamische Gegensätze, Akzente und Klangschattierungen ebenso ausgespielt wurden wie ihre Schroffheiten und tänzerischen Aspekte. In rhythmisch überschäumendem Drive, kräftigen Strichen, loderndem Feuer und drängender Intensität, aber auch einer hinreißenden Spielkultur stellte sich die dreiteilige G-Dur-Sinfonie von Franz Xaver Richter, dem Hauptvertreter der „Mannheimer Schule", dar.
Die leidenschaftliche Wiedergabe erstand straff, satt im Klangbild und absolut logisch in der Tempo-Abstimmung. Gegensätzliches Klang-Kolorit vermittelte der belgische Oboist Piet von Bockstal im Oboenkonzert d-Moll des im 18. Jahrhundert am kurpfälzischen Hof wirkenden Kapellmeisters Ignaz Jakob Holzbauer und der 1961 entstandenen „Passacaglia concertante" für Oboe und Streicher des ungarischen Kompositionslehrers Sándor Varesa. Während der warme, expressive Ton, die Gelöstheit seines auch in virtuosen Passagen erlesenen Spiels wunderbar eingebettet lag in der dezent atmenden, allzeit glutvollen Partnerschaft des Orchesters (beim d-Moll-Werk), bestachen in der „Passacaglia" vor allem die Melancholie, die tänzerische Noblesse und die Brillanz des Laufwerks im Einklang mit der glänzend bewältigten modernen, musikalisch reichen Orchestersprache. Mit Zwölftonreihen durchsetzt, bewahrt sie doch trotz aller Differenziertheit und persönlicher Prägung vom folkloristischen Urgrund immer wieder einen vitalen Einschlag. Die Klanggewichte zwischen Orchesterpart und Solo-Instrument(en) – mit herrlichen Zwiegesängen von Oboe, Geige und Cello – waren stets fein ausbalanciert, in starker Spannung gehalten und liebevoll im Detail präzisiert.
Die „Rumänischen Volkstänze" (Sz 68) von Béla Bartók konnten nur noch als abschließendes „Bonbon" verstanden werden, das in seinem Zugriff, der elegant dosierten Melancholie und dem zündend-wirbelnden Ausklang vorzüglich schmeckte. Christ aber war die eigentliche Entdeckung des Abends. Er wurde vom begeisterten Publikum gefeiert, gab diesen Dank an seine Musiker weiter, bevor er den letzten Tanzsatz als Zugabe gewährte.
Die Rheinpfalz, 29.09.2004


Ein Spiel wie Feuer und Flamme
Für Werke der ersten und zweiten Wiener Schule will sich Wolfram Christ, der neue Chefdirigent des Kurpfälzischen Kammerorchesters, besonders einsetzen. Solche Programmatik bestimmte auch gleich das erste Abonnementkonzert der neuen Saison im Mannheimer Rosengarten. Werke von Mozart können an Brisanz entscheidend hinzugewinnen, wenn sie mit Schönberg konfrontiert werden. Für Christ ist es indes künstlerisches Selbstverständnis, dass eine Mozart-Serenade nicht zu gemütlichem Zurücklehnen und schwelgendem Träumen von Rokoko-Arkadik geeignet ist.
Ein Spiel wie Feuer und Flamme aktivierte das Kammerorchester aus der „Posthorn-Serenade" D-Dur, bestimmt von erregenden Akzenten und feurigen Impulsen und in rasant schwirrendem Sturmlauf vorangetrieben. In den Tanzsätzen entwickelten vor allem die exzellenten Holzbläser ein hohes Maß an Beseeltheit und vergnüglicher Virtuosität, an geistreich konzertierender Laune. Ein Mozartspiel, das ebenso viel große Gefühle wie Feinsinn, genau so viel Tiefe wie Unbeschwertheit bereit hielt. Wolfram Christ, mit überlegen disponierendem Dirigat, zeigte, dass er für das Temperamentvolle ebenso viel Sinn besitzt wie für das elanvoll Animierte.
Die Rheinpfalz, 21.09.2004


Berlioz-Gedenkkonzert der Museums-Gesellschaft
... die Sinfonie "Harold en Italie" op. 16, für die mit dem Berliner Philharmoniker Wolfram Christ ein prominenter Solist aufgeboten wurde. Für dieses Werk braucht man einen Solobratschisten. Christ, der diesen Posten von 1978 bis 1999 bei den Berliner Philharmonikern ausfüllte und erst neuerdings eine Professur an der Freiburger Musikhochschule angenommen hat, glänzte als Interpret in jeder Hinsicht: Er führte, lockte, ließ sein Instrument jubeln und leiden, versprühte Melancholie ganz im Sinne des Komponisten.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.10.2003


Wolfram Christ et son orchestre triomphent à l'ETM
Des élèves qui ont déja la plupart des qualitès des musiciens professionnels et une direction impeccable, le concert de l'orchestre du conservatoire de Sydney, sous la baguette de Wolfram Christ, a largement répondu aux attendes du public, lundi soir. Une audience de privliéglés, qui ont acheté leurs places suffisamment tôt pour être sûrs de nes pas rater l'aubaine d'entendre, et de voir, un véritable orchestre sur la scène de l'auditorium de l'école de musique. Du Mozart classique au Beethoven romantique et à Mendelssohn, la trentaine de jeunes musiciens a suivi, au quart de soupir et au pianoforte près, le tempo et les nuances insufflées par un Wolfram Christ très inspiré.
Nouméa, September 2003


Daniel Harding und die Kammerphilharmonie in der Glocke
(Es) gelang eine überzeugend geschlossene Wiedergabe, denn die vielen Taktwechsel und frei liegenden, solistischen Einsätze der Bratsche wie der Bläser verliefen innerhalb eines außerordentlich organisch geführten Zeitflusses. Hardings Stärke, die Musik aus den Tiefen und den Details ihres Organismus heraus aufzubauen, kam diesem so frisch und interessant wie fremd wirkendem Werk sehr entgegen. Wolfram Christ beherrschte den schwierigen Solopart mit geradezu viriler Souveränität, betörte mit strömend sonorem Ton in den dunklen Lagen des Instruments und erwies sich im Andante religioso als Musiker von tiefem Ernst, den man auch in der Zugabe spürte - Brittens Bearbeitung eines Liedes von John Dowland.
Weserkurier, Bremen, 3.5 2003


Bach Reconstructed Concertos
... not satisfied with the "offical" version published by Bärenreiter, Wolfram Christ got down to work and produced his own performing version of this piece. Set in a brilliant sounding D-major, the piece sparkles joyously along in Christ's hands and is the main discovery on this CD.
The Strad, August 2002


Delikate Tonfindung
... Haydns e-moll Sinfonie: transparent aufgefächert, beschwingt und impulsiv duchleuchtet das einleitende Allegro con brio, sprechend in Form gebracht das Menuetto, sanglich der Tonfall des Adagio, drängend der Gestus im Prest-Finale.
Stuttgarter Nachrichten, 12.4.2002


Christ leads way
Under Christ's graceful musical baton, the orchestra brought fully to life Ravel's multitextured scores, memorably, to single out just two instances, in passages such as the ghostly opening bars of the Rapsodie, and in the delicate tints of the leadin to La Valse. Music making as its most cultivated, infinitly rewarding.
Daily News, Durban, 15.10.2001


Wolfram Christ - Berliner Festwochen
Wolfram Christ, until recently lead violist of the orchestra, was the hero of the hour, a charismatic Sancho Panza in tone and character.
The Strad, November 2000


Christ gets best out of everyone
Wolfram Christ's direct approach and his finely-judged pacing struck an elusive synergy of spaciousness and little control, without a hint of sprawling or lethargy that are so often inherent perils when performing this demanding piece. (...) Under Christ's baton, Mozart's miraculous G minor Symphony came across as newly-minted, a sure sign of true integrity on the podium, given the exposure this well-tired masterwork has been subjected to.
Daily News, Durban, 13.3.2000


La viola di Christ "racconta" il '900 von rigore e vivacità
Wolfram Christ ha prodotto suono pieno riuscendo nel contempo a trattare i risvolti tecnici con decisa padronanza, esibendo un ricco campionario di suoni pizzicati, armonici, in sordina, vibrati vicini al ponticello.
Il Giornale di Vicenza, 22.11.1999


Eine Sternstunde in Meiningen
Schließlich der Dirigent Christ. Als Praktiker weiß er natürlich genau, wann und wo der Kollege am Pult einen prägnanten Schlag braucht. Also verstand sich Präzision von selbst. Wie er aber sein Musikantentum, seine natürliche Musizierfreude auf das Orchester übertrug, war das Ereignis dieses Vormittags.
Freies Wort, Meiningen, 24.3.1999

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